Die bekanntesten Reit-Turniere

Bei Reitturnieren treten Pferd und Reiter in diversen Prüfungen an. Die Wettbewerbe können sowohl im Freien als auch in der Halle ausgetragen werden.

Die Turniere sind nicht nur eine rein sportliche und gesellschaftliche Veranstaltung, sondern auch ein Marktplatz für Pferde und talentierte Reiter und Reiterinnen aus der ganzen Welt. Paul Schockemöhle ersteigerte zum Beispiel im Jahr 2010 das Turnierpferd Totilas für rund 10 Millionen Euro. Wie in anderen Sportarten auch, pumpen reiche Mäzene oder Sponsoren in den letzten Jahren immer mehr Geld in den Pferdemarkt.

Hier eine Übersicht über die bekanntesten Turniere:

CHIO in Aachen

Der Concours Hippique International Officiel findet seit 1924 fast jedes Jahr statt. In den Disziplinen Vielseitigkeit, Dressur, Springen, Voltigieren und Fahren werden jeweils von Freitag bis Sonntag der nachfolgenden Woche die Sieger und Siegerinnen ermittelt.

Der Wettbewerb gilt unter Pferdesportfreunden als das Wimbledon des Reitsports. 2018 waren 334 Teilnehmer aus 27 Nationen mit 567 Pferden dabei. Seit 2001 wird jeweils ein Partnerland ausgewählt, um die dortige Pferdekultur mit diversen Veranstaltungen einem großen Publikum vorzustellen.

Von 38 Veranstaltungen hat das Gastgeberland Deutschland 35-mal den Nationenpreis gewonnen, die Niederlande waren mit ihrer Equipe dreimal erfolgreich.

Reitsport bei Olympia

Seit 1912 in Stockholm ist der Reitsport fester Bestandteil der Olympischen Sommerspiele. Insgesamt gibt es sechs Wettbewerbe, nämlich Vielseitigkeit, Dressur und Springreiten. Dabei werden jeweils ein Einzel- und ein Mannschaftswettbewerb durchgeführt. Seit 1952 sind die gleichen Wettbewerbe auch für Frauen offen.

Bis 1968 in Mexiko bestanden die Springreitermannschaften jeweils nur aus drei Teilnehmern. Von 1972 München bis 2016 Rio de Janeiro dann aus vier Reitern. Ab 2020 kehrt man wieder zu Dreier-Teams zurück, da auch mehr Nationen daran teilnehmen. 1932 in Los Angeles wurden keine Medaillen vergeben, da kein Team das Ziel erreichte.

Bei der Dressur durften bis zu den Sommerspielen 1948 nur Offiziere teilnehmen.

Die erfolgreichsten Teilnehmer aller Zeiten beim Reitsport der Olympischen Spiele sind Isabell Werth, die von 1992 bis 2016 zehn Medaillen gewann (sechsmal Gold, viermal Silber), gefolgt von Reiner Klimke von 1964 bis 1988 mit acht Medaillen (sechsmal Gold, zweimal Bronze) und Hans Günter Winkler von 1956 bis 1976 mit sieben Medaillen (fünfmal Gold, einmal Silber, einmal Bronze).

Die Überlegenheit der deutschen Reiter und Reiterinnen zeigt sich auch auf dem ewigen Medaillenspiegel in der Disziplin Reitsport. Hier führt Deutschland mit 89 Medaillen vor Schweden mit 46 und Frankreich mit 37.

Weltreiterspiele

Seit dem Jahr 1990 werden diese Spiele alle vier Jahre in den Disziplinen Voltigieren, Fahren, Dressur, Springreiten, Vielseitigkeit und Distanzreiten ausgetragen. Seit 2002 wird auch im Reining, der Westerndressur, um Medaillen gekämpft. 2010 kamen die Wettbewerbe in der Dressur für Reiter mit Behinderung dazu.

Der Medaillenspiegel bei diesen Turnieren wird von Großbritannien mit 19 Medaillen vor Deutschland mit 14 und den Niederlanden mit neunmal Edelmetall angeführt.

Weltcup im Springreiten

Seit 1978 wird das Turnier vom FEI, dem Internationalen Pferdesportverband, veranstaltet. Als Höhepunkt gilt das jährlich im April stattfindende Weltcup-Finale. Zur Teilnahme sind jene Reiter berechtigt, die zu den Besten gehören. So können sich etwa aus der Liga Westeuropa 18 Teilnehmer und aus der japanischen Liga ein Teilnehmer dafür qualifizieren. Das letzte Finale der Saison 2017/2018 fand in Paris statt und es gewann die US-Springreiterin Beezie Madden mit Breitling, vor ihrem Landsmann Devin Ryan mit Eddie Blue und Henrik von Eckermann mit Mary Lou aus Schweden.

Besonders in Erinnerung geblieben dabei ist das Weltcup-Finale 2009 in Los Angeles, das vor der Rekordkulisse von 80.000 Zuschauern ausgetragen wurde.